200 Jahre Aphotheose – Ortsführung aus Anlass des 250.Geburtstages König Friedrich Wilhelm III. von Preußen.  

Die Apotheose ist im August 2020 seit nunmehr 200 Jahren ohne Unterbrechung in der ehemaligen Königsloge aufgestellt. Das große Terakottarelief entstand 1811 und 1812 von Schadow und zeigt die Verstorbene in der Verklärung, umgeben von den vier Tugenden.

Die Gedenktafel für Königin Luise wird im Dehio-Handbuch als „vorzügliche“ Bildhauerarbeit bezeichnet – Theodor Fontane hatte dagegen kein gutes Wort für das Relief:

„Durch eine Balustrade vom Kirchenschiff getrennt ist der »Königsstuhl«. Er hat die Dimensionen eines kleinen Zimmers; die Herrichtung ist einfach; an der Westwand erhebt sich, in das Mauerwerk eingelassen, eine durch den Stich mannigfach bekannt gewordene Arbeit Schadows: »Die Apotheose der Königin Luise«. Mehr eigentümlich, als schön. In ihrer Mischung von christlicher und heidnischer Symbolik ist uns die Arbeit kaum noch verständlich, jedenfalls unserem Sinne nicht mehr adäquat. Sie gehört, ihrer Grundanschauung nach, jener wirren Kunstepoche an, wo der große Fritz in Gefahr war, unter die Heiligen versetzt zu werden, wo er im Elysium, mit Sternenkranz und Krückstock angetan, die der Zeitlichkeit entrückten preußischen Helden wie zur Parade empfing. Eine Art Sanssouci auch dort oben.

Schadow, sonst von so gutem Geschmack, vergriff sich in diesem Falle, wie uns scheinen will, und die Inschrift eines von einem Engel gehaltenen Schildes gibt Auskunft darüber, wie er sich vergriff. Diese Inschrift lautet: »Hohenzieritz, den 19. Juli 1810, vertauschte Sie die irdische Krone mit der himmlischen, umgeben von Hoffnung, Liebe, Glaube und Treue, und in tiefe Trauer versinken Brennus und Borussia.« Wir haben hier Kunstmengerei und Religionsmengerei, alles beieinander. Die Verdienste der Arbeit sind nichtsdestoweniger bedeutend, aber sie sind mehr technischer Natur und greifen zum Teil auf das Gebiet der Kunstindustrie hinüber.“

(Wanderungen durch die Mark Brandenburg, III. Havelland, Potsdam und Umgebung, Paretz, Die Kirche)

Wir freuen uns auf eine kenntnisreiche und detaillierte Sonderführung durch Matthias Marr, Kastelan i.R. und Vorsitzender des VHP.

Sonntag, 2. August 2020, 14 Uhr, Treffpunkt an der Schlosskasse (Parkring 1, 14669 Ketzin/Havel OB Paretz)
Teilnehmerzahl begrenzt, Voranmeldung unter Tel.: 033233 · 80747 bzw. buero@paretz-verein.de